Aktuell

 

29.10.2011 in Oppenheim:

 

  Ausstellung " g e f a e c h e r t "

(Installation mit textilen Objekten und Schwarzlicht zum Abendlied Rincks)

in der Michaelskapelle von Marie-Luise Frey

 

bitte hier klicken

 

 

Ausstellungsdauer: 29.10. bis 27.11.2011

Täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet

Um die Installation, die besonders im Dunkeln ihre Faszination entwickelt, auch am Abend noch besuchen zu können, wird jeweils Samstag und Sonntag, 5./6. November, 12./13. November sowie 19./20. November die Ausstellung von der Straße „Zuckerberg“ her zu besuchen sein - von 17.00 bis 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.  

 

Vernissage am 29.10.2011 zur Installation „gefaechert“ in der Michaelskapelle

Impressionen zu Christian Heinrich Rincks Abendlied in Oppenheim 

 

 Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltungen der Rinck-Gesellschaft im Jubiläumsjahr ist eine nun in der Michaelskapelle Oppenheim, in unmittelbarer Nähe der Katharinenkirche, eröffnete Ausstellungmit dem Titel "g e f a e c h e r t - Impressionen zum Abendlied". Die durch Dr. Markus Zink, Pfarrer und Referent für Kunst und Kirche im Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, eröffnete Ausstellung zeigt ein einziges, raumfüllendes Objekt: einen riesigen, runden Fächer, auf den Betrachter wie ein umgedrehter Fallschirm wirkend. Erdacht und hergestellt wurde dieses Unikat von der rheinhessischen Künstlerin Marie-Luise Frey, deren Arbeitsschwerpunkt der Umgang mit Textilem, im weitesten Sinne die Innenarchitektur ist. In zarten, pastösen Farben ist der Fächer zunächst ornamental bemalt: Die riesige Fläche wird dadurch strukturiert, wird für den Betrachter fassbar. Bögen, Arkaden, an alte Baustile wie Gotik und Romanik gemahnend, schaffen Gliederung - und Halt für Texte. "Impressionen zum Abendlied" ist der Untertitel von "g e f a e c h e r t". So entdeckt der aufmerksame Betrachter den vierstrophigen Text von Fallersleben in einem Segment des Fächers. Auch die übrigen Segmente enthalten Texte – Zitate aus Texten weiterer Autoren, die nun auf dieser Fächer-Fläche mit dem Abendlied in Dialog treten. Ein Dialog, der seine Fortsetzung findet im Dialog des Fächers als Ganzes mit dem ansonsten leeren Raum der Michaelskapelle. Um sich auf die ungewöhnliche Installation einzulassen, sollte man Zeit mitbringen, um zur Ruhe zu kommen und aus der Ruhe heraus zu betrachten.  

Die Vernissage war sehr gut besucht.
C.D.

Presse:Das Abendlied im Dialog (Allgemeine Zeitung, 04.11.2011)

 

  Konzert mit romantischer Kammermusik von Schubert, Senfter, Rinck

mit dem English-Piano-Trio, London im Martin Luther-Haus

 

bitte hier klicken

 

 

Drei verschiedene Welten betrat "The English Piano Trio", das auf Einladung der Christian-Heinrich-Rinck-Gesellschaft und in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Oppenheim ein Konzert mit "Romantischer Kammermusik" bestritt. Das Martin-Luther-Haus in Oppenheim war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung vom ersten Moment an gehoben, weiß es doch Dr. Rimbach-Sator, Vorsitzender der Rinck-Gesellschaft, auf heitere Art in ein Konzert einzuleiten. So gelang es ihm mühelos, die verschiedenen Geschmäcker und Interessen, welche Zuhörer bewegen, ein Konzert dieser Art zu besuchen, gleichzeitig aufzufächern und zu bündeln.

 

Die erste Welt, die das Publikum an diesem Abend betrat, war die Welt Schuberts: Sein gewaltig großes, eigentlich das Material für eine veritable Sinfonie hergebendes zweite Klaviertrio Es-Dur op. 100 zeigte die Könnerschaft von Jane Faulkner (Violine), Nick Cooper (Violoncello) und Timothy Ravenscroft (Klavier). So dauerte die Gewöhnung an die akustischen Gegebenheiten nur kurz. Insbesondere Ravenscroft wusste dem Bechstein-Flügel, der für gewöhnlich seinen Gemeindedienst in der Chorbegleitung versieht, präzise konzertante Klänge zu entlocken. Schuberts "himmlische Längen" - vor allem im Finalsatz durch zahlreiche oft wörtliche Wiederholungen von bereits Exponiertem ausgelebt - wurden mit großer Intensität nachgestaltet, als besondere Form eines "Verweile doch, du bist so schön".

 

Nach der Pause dann ein Bekenntnis zu Oppenheim: Bereits zu Jahresbeginn hatte die Rinck-Gesellschaft den Blick auf die Oppenheimer Komponistin Johanna Senfter gelenkt, als sie ein Konzert im Saal des Weinguts Carl Koch Erben mit dem Kölner Klavierduo Dohr/Hennig-Scheifes und Rinckscher Vierhändigmusik veranstaltete. In eben diesem Weingut steht noch heute ein in die Jahre gekommener großer Steinway-Flügel, auf dem einst der berühmte Max Reger seine Oppenheimer Schülerin Senfter unterrichtete. Im Martin-Luther-Haus galt es am vergangenen Samstag die wohl letzte Komposition der 1879 in Oppenheim Geborenen und 1961 auch dort Verstorbenen uraufzuführen: Der Mainzer Musikologe Wolfgang Birtel hatte sich intensiv mit der Dechiffrierung des Manuskriptes dieses "Kleinen, leichten Trios op. 134" beschäftigt und das Werk in Senfters Verlag Schott in Mainz publiziert. Bei dem Stück, dessen Sätze mit den drei alten Tanzsätzen Menuett, Sarabande, Gavotte bezeichnet sind, könnte es sich laut Experten durchaus um ein Fragment handeln.

 

Ralf Bibiella, musikalischer "Hausherr" der Katharinenkirche, führte die Hörerschar in Leben und Werk Johanna Senfters ein und blickte auf eine "goldene Zeit" des Oppenheimer Musiklebens in den 1920er-Jahren zurück, die sich in der Gründung eines "Oppenheimer Bachchores" durch die Musikerin manifestierte. Bibiella regte die intensive Beschäftigung mit Senfter sowohl unter lokalhistorischen, besonders aber auch unter musikalischen Gesichtspunkten an, denn es gebe bei und durch Johanna Senfter noch Einiges zu entdecken. Das English Piano Trio nahm sich der musikalischen Miniaturen Senfters mit großer Behutsamkeit an. Manch einer wollte in diesem doch recht eigenständigen Spätstil noch die spätestromantischen Spuren eines Max Reger heraushören. Ohrenfällig wurde Senfters große Meisterschaft, auch auf kleinem Raum hervorragende Musik zu kreieren.  

 

Am Ende des von großem Beifall begleiteten Konzertabends standen zwei Klaviertrios von Johann Christian Heinrich Rinck. Seit 15 Jahren kümmert sich die in Darmstadt sitzende Christian-Heinrich-Rinck-Gesellschaft um die Verbreitung von Leben und Werk Rincks. Standen zunächst besonders seine Orgelkompositionen im Fokus der Wiederbelebung, ist nun das gesamte Spektrum seines reichhaltigen Schaffens in den Blick geraten. Rinck, Zeitgenosse Beethovens, war, wie der Kölner Musikwissenschaftler Christoph Dohr in seinen einführenden Worten erläuterte, in seiner Jugend ein besonderer Verehrer Mozarts. Und so führte das English Piano Trio seine Hörer an diesem Abend auch in die Welt Mozarts im Gewande Rincks ein: Mit großer Liebe und Freude zum ausmusizierten Detail erklang zunächst das zweisätzige kleine Klaviertrio op. 34 Nr. 1, das es den Briten aufgrund seines Variations-Satzes über "Heil dir im Siegeskranz", der Melodie der englischen Nationalhymne, besonders angetan hatte. Fast das Format des jungen Beethoven erreicht Rinck in seinem großen Klaviertrio Es-Dur. Rinck zeigt, dass er den "Ton" großer klassischer Musik voll und ganz beherrschte, bevor er in Diensten Ludwigs in Darmstadt damit beauftragt wurde, die evangelische Kirchenmusik - auch durch entsprechende Konzentration im kompositorischen Schaffen - neu aufzubauen.

 

Der Abend klang mit einer Zugabe besonderer Art aus: Das Klaviertrio intonierte Rincks berühmtes Abendlied - und die mehr als 130 Zuhörer fielen unisono ein.

  C.D.

 

---

 

Rinck – Tage in Thüringen vom 2.- 4. September 2011

 

Geraberg: Rinckehrung

 

Foto:Nach der Enthüllung der Gedenktafel am einstigen Wohnhaus und jetzigem Thermometermuseum für den „rheinischen Bach“, Christian Heinrich Rinck, folgte die Ausstellungseröffnung durch Klaus Scheuermann (re.)und Henrike-Viktoria Immhof von der Rinck Gesellschaft Darmstadt. Geraberg

 

Christian Heinrich Rinck (1770-1846) und die Musik gehören genauso untrennbar zusammen, wie der Komponist und seine Geburtstätte in Elgersburg, nebst dem einstigen Wohnhaus der Familie Rinck in Geraberg unterhalb der Kirche. Als der „Rheinische Bach“ machte der Komponist und Großherzoglich Hessische Hoforganist fernab von Thüringen, wo er als Junge zuerst bei Kirchenmusikern in Gräfenroda und später in Erfurt beim letzten Schüler Johann Sebastian Bachs, Johann Christian Kittel Musikunterricht nahm, große Karriere.

„Ich wusste nicht, wer Christian Heinrich Rinck war und welche Bedeutung er für unsere Region hat“, gestand freimütig der Schirmherr der Gedenktafelaktion am Rinckschen Wohnhaus in Geraberg und der Sonderausstellung im gleichen historischen Gebäude des jetzigen Thermometermuseums, Landrat Benno Kaufhold. Mit Freude habe er dieses Versäumnis nachgeholt und mehr als nur gestaunt über die berühmte Musikerpersönlichkeit, welche die Region des Geratals hervorbrachte.

Pfarrer i. R. Klaus Scheuermanns hoch zu schätzendes Verdienst ist es, dass er mit der Gründung der Rinck- Gesellschaft zum 150. Todestag des Komponisten am 7. August 1996 das Andenken an den Komponisten bewahrte, es mit vielen Getreuen in Hessen und Thüringen pflegt und den berühmten Sohn an seinen Geburtsort Elgersburg zurückbrachte. Seit Samstagnachmittag macht nun nach dem weltweit ersten Rinck- Denkmal in Elgersburg, das 2011 enthüllt wurde, auch eine schlichte Gedenktafel an Gerabergs Thermometermuseum auf einen der Thüringer Lebensorte Rincks aufmerksam.

Henrike- Viktoria Immhof und Klaus Scheuermann von der Rinck- Gesellschaft dankten den Geraberger Familien Bödrich und Roth für ihre Initiative zur Stiftung einer Gedenktafel. Nun sei Christian Heinrich Rinck auch nach Geraberg in jenes Haus zurückgekehrt, wo er von 1784- 1786 wohnte, sagte Klaus Scheuermann zur Ausstellungseröffnung. Mit besonderer Freude begrüßte er als familiären Nachfahren der verzweigten Rinck Familie Wolfram Rinck aus Gräfenroda. Er zeigte sich wie alle Ausstellungsbesucher sich tief beeindruckt von der Präsentation, die Leben und Werk seines frühen Vorfahren gewidmet ist. Bis Dezember ist die informative, gut gestaltete Schau zu sehen.

Die Gedenktafelenthüllung und Ausstellungseröffnung war nur ein Teil des Begleitprogramms der diesjährigen Rinck- Tage der gleichnamigen Gesellschaft. Ein Kantatenkonzert mit der Gräfenrodaer Kantorei unter der Leitung von Kantor Peter Harder in der Bartholomäuskirche und ein abendliches Klavierkonzert in Ilmenau waren zwei weitere kulturelle, der Öffentlichkeit zugängliche Höhepunkte.               

it

Presse (PDF-Datei)

 

 

---

 

Wir setzen uns für die Wiederaufnahme des Abendliedes ins Gesangbuch ein

 

 

Machen Sie mit. Sammeln Sie Unterschriften

>Unterschriftenliste zum Download